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Der Niederländische Postkurs

Großbüllesheim gilt als sogenanntes Straßendorf. Maßgebend hierfür war sein Lage an der sogenannten „Aachen-Frankfurter-Straße“. Sie wurde als kurze Verbindung zwischen der Kaiserstadt Aachen und Frankfurt, dem Wahlort der deutschen Kaiser, hergestellt. Die Straße verlief aus Aachen kommend über Düren, Sievernich, Wichterich, Wüschheim, Großbüllesheim, Essig, Oberdrees und Rheinbach weiter nach Sinzig am Rhein und dann Richtung Frankfurt. Diese Straße hat über viele Jahrhunderte die Entwicklung unseres Ortes geprägt.

 

1990 gab die Deutsche Bundespost einen Ersttagsbrief aus Anlass von 500 Jahren europäische Postverbindungen heraus. Auf diesem Brief findet sich der „Niederländische Postkurs“ von 1500 wieder, der auch den Ort Büllesheim (Großbüllesheim) enthält. Dies veranlasste mich, der Sache einmal nachzugehen.
Dem Buch „Drei rheinische Dörfer und ihre Geschichte“ von Karl Hoffmann, 1998,  und Wikipedia (Seite „Niederländischer Postkurs“, Bearbeitungsstand: 21. Januar 2011, 20:01 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Niederl%C3%A4ndischer_Postkurs&oldid=84221792) lassen sich hierzu Informationen entnehmen, die ich nachstehend zusammen gefasst habe.

Der Niederländische Postkurs wurde unter König Maximilian I. im Jahre 1490 als ein europäischer Hauptpostkurs gegründet und war zugleich die erste dauerhaft betriebene Postlinie im Heiligen Römischen Reich. Die Route verband Innsbruck mit den Niederlanden und Italien. In den Niederlanden waren seit 1505 Mechelen oder Brüssel die Endpunkte, ab 1516 nur noch Brüssel, wo unter Karl V. eine neue Zentrale mit Generalpostmeistern aus der Familie der Taxis entstand. Dieser Postkurs nutzte auch die bestehende Aachen-Frankfurter-Straße.

Die entscheidende Neuerung des Postkurses gegenüber dem damals bestehenden Botensystem bestand darin, dass es Poststationen gab, auf denen die Reiter und Pferde wechselten und nur das verschlossene und versiegelte Felleisen mit den Briefschaften wie bei einer Staffel weitergereicht wurde. Da die Post auch nachts ritt, verkürzte sich die Wegezeit erheblich. Zunächst wurden fast nur in unbefestigten Dörfern Pferdewechselstationen eingerichtet, weil die Städte nachts die Tore schlossen. Der Abstand zwischen den einzelnen Stationen betrug ursprünglich 5 lange Meilen, was etwa 37,5 km entsprach. Sie boten neben dem Posttransport auch vielen Postreisenden die Möglichkeit, auf den Relaisstationen die Pferde zu wechseln und mit Begleitung zur nächsten Wechselstation zu reiten. Eine solche Station war nach Aufzeichnungen auch in Großbüllesheim eingerichtet und damit schon ein sehr früher Vorläufer unseres heutigen Postshops.

Mit der französischen Besetzung der Spanischen Niederlande und Luxemburgs zu Beginn des Spanischen Erbfolgekrieges und der Aufkündigung des spanisch-niederländischen Postgeneralats der Thurn und Taxis im Jahre 1701 endete der spanische Transitpostkurs von den Niederlanden nach Italien.